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Über Keratokonus und seine Auswirkungen

Was ist ein Keratokonus ? Unter einem Keratokonus versteht man eine Augenkrankheit, die mit einer kegelförmigen Verformung und/oder einer fortschreitenden Ausdünnung der Cornea (Hornhaut) einhergeht. Zu Beginn ist in den meisten Fällen NUR ein Auge betroffen, doch mittelfristig zieht das Partnerauge nach. Betroffen ist häufig nur das Zentrum der Cornea, ein linearer Krankheitsverlauf kann nicht nachgewiesen werden. Männer leiden häufiger unter einem Keratokonus als Frauen (2:1)

Ein Keratokonuspatient ist meist Myop. Zusätzlich zur Myopie entsteht durch die kegelfärmige Hornhautverformung ein irregulärer Astigmatismus. Mit Brille kann diese dadurch entstandene Fehlsichtigkeit nicht zu 100% auskorrigiert werden.

Anzeichen für Keratokonus:

Objektive Beobachtungen:

  • Häufig auftretende Veränderung der Brillenkorrektur
  • Anstieg des Astigmatismus
  • Fortgeschrittene Keratokoni können mit blossem Auge bei seitlichem Blick auf das Auge festgestellt werden.

Subjektive Beobachtungen

  • Doppeltsehen von Gegenständen
  • Schattensehen an Buchstaben und Gegenständen
  • Halosehen

Vermutliche Ursachen für Keratokonus:

  • Genetische Vererbung
  • Stoffwechselstörung
  • Schwaches collagenes Bindegewebe in der Cornea
  • Häufiges Augenreiben kann einen Keratokonus fördern
  • Risse in der Cornea
  • Verdünnung der Cornea, z.B. nach Lasik Operation
  • Starker Stress

Obwohl der Keratokonus bereits seit über 200 Jahren als Krankheit anerkannt ist, konnte eine eindeutige Ursache für den Keratokonus noch nicht definiert werden!

Krankheitsverlauf des Keratokonus und Korrektionsmittel

Leichte Veränderung der Corneaoberfläche:

Brillengläser, ggfs. mit verschiedenen Korrektionen je nach Tagesform, Kontaktlinsen

Stärkere Veränderung der Corneaoberfläche:

Kontaktlinsen, Keratokonuslinsen, Huckepack-Systeme

Starke Veränderung der Corneaoberfläche:

Keratokonuslinsen, Hornhauttransplantation

Weitere Möglichkeiten zur Stabilisierung:

Crosslinking ist eine zur Zeit gerne verwendete Möglichkeit zur Stabilisierung des Konus.

Intacts: Bei Intacts werden 2 Kunststoffteile in die Hornhaut implantiert um die Irregularität zu vermindern.

Stadien/Klassifizierungen

Konusstadien nach Krumeich

Stadium klinische Kriterien
Stadium 1
  • exzentrische Hornhautversteilung
  • induzierte Myopie und/oder Astigmatismus von ≤ 5D
  • Hornhautradien ≤ 48D
  • Vogtsche Linien, keine Narben
Stadium 2
  • induzierte Myopie und/oder Astigmatismus von > 5D bis ≤8D
  • Hornhautradien ≤ 53D
  • keine zentrale Hornhautnarben
  • Hornhautdicke ≥ 400 µm
Stadium 3
  • induzierte Myopie und/oder Astigmatismus von > 8D bis ≤10D
  • Hornhautradien > 53D
  • keine zentrale Hornhautnarben
  • Hornhautdicke 200-400 µm
Stadium 4
  • Refraktion nicht messbar
  • Hornhautradien > 55D
  • zentrale Narben
  • Hornhautdicke ≤ 200 µm

Folgeerscheinungen bei Keratokonus

  • Dauerhaft gerötete Augen
  • Doppelbilder
  • Geisterbilder
  • Bildverzerrungen
  • Starke Lichtempfindlichkeit
  • Starke Blendempfindlichkeit
  • Übermüdete Gesichtsmuskeln
  • Schlierensehen bei Buchstaben
  • Visusabfall in der Dämmerung und bei Nacht
  • „trockenes Auge“, überempfindlichkeit der Augen
  • Mangelnde Qualität des Tränenfilms